Eine durchaus berechtigte Frage, wie ich finde. Da sitzt man nämlich, sich beinahe schon schuldig fühlend, in einer theoretisch gar nicht existierenden Verpflichtung, mal wieder einen Eintrag im Tageblog zu hinterlassen. Nur so. Ohne Grund. Und es muss doch etwas geben, worüber es sich zu schreiben lohnt. Erst neulich wusste ich da noch zu lesen, dass man sich als virtuell Schreibender unbedingt einer Thematik widmen sollte, um so eine bestimmte Kern-Leserschaft zu bilden.
Nun frage ich mich aber einerseits: welche Leserschaft? Habe ich überhaupt eine? Und andererseits: warum sollte ich mich im Dunstkreis meiner Ausführungen einschränken?
Und da kommt man als Publizierender sehr schnell sehr direkt an die erste gedankliche Weggabelung über Sinn, Unsinn und Zukunft der gerade erst frisch geschlüpften Heimseite.
Die Grundfrage dabei dürfte wohl sein: Warum blogge ich überhaupt? — Schreibe ich für mich selbst? Sozusagen als virtuelles Ventil, um endlich all das in die Welt hinausschrei(b)en zu können, was mir so durch den Kopf geht? Oder schreibe ich für andere, weil ich über irgendwelche sorgsam gefilterte Themen und dergleichen mehr in eigenen Worten informieren will?
Persönliche Blogs:
Die bunte Reise durch zahllose, andere Blogs lässt vor allem eines recht schnell feststellen: persönliche Blogs sind oft bereits desertiert – ähnlich einem Schulmädchen, das mit 18 Jahren 14 Jahren schliesslich ihr “Liebes Tagebuch” aufgibt, um sich dem einen oder anderen Geschlecht zuzuwenden. Sprich, es findet eine schnellere Verlegung des Interessengebietes statt. Der Rest, der diese frühe Evolutionsphase überlebt, zeichnet sich meist durch den steigenden Trend einer Personifizierung aus. Sei dies nun in Design oder Schreibweise – “Anders” sein als Mainstream. Dabei dürfte auch klar sein: wer mehr Liebe und Arbeit in seine Online-Präsenz steckt, wird mehr daran hängen. Wer mehr an seiner Online-Präsenz hängt, steckt mehr Liebe und Arbeit hinein.
Informative Blogs:
Informative Blogs hingegen sind im Trend zwar langlebiger, aber rein inhaltstechnisch gesehen oftmals sehr unspannend. Der Grund dafür ist eigentlich recht einfach: es macht eine News nicht sehr viel aufregender, wenn man sie auf der zwanzigsten Web 2.0-spezialisierten Seite in wiederum anderen Worten findet. Informationen werden zwar gefiltert und oft weit über ihren eigentlichen Finde- und Wirkungskreis hinaus weiterpubliziert, jedoch wird hier natürlich oft um Leserschaft gebuhlt. Eine Art händeschüttelnder Konkurrenz Marktbegleiter, die sich alle sehr gerne mögen – jedoch jedem ohne mit der Wimper zu zucken den Kehlkopf herausreissen, der ihnen ein oder zwei Stammleser “klaut”. Was jetzt natürlich sehr überspitzt ausgedrückt war, und dafür möchte ich mich schon jetzt bei allen entschuldigen, die sich womöglich – natürlich absolut zu Unrecht – angesprochen fühlten.
Kurzum: jeder Interessierte findet für das Gebiet seines Wissensdurstes eine breit gefächerte Auswahl, die einen vor allem Anfangs in ihrer Quantität erschlagen kann. Geduld und Tränenflüssigkeit kristallisieren hier nach einer Weile die persönlichen Favoriten heraus, die sich womöglich nach und nach gegenseitig ersetzen.
Ergo-nomie:
Was man konkret nun mit seinem Blog bezweckt, bleibt wohl jedem selbst überlassen. Was in der Tat nicht unbedingt eine brandneue Erkenntnis ist. Ich persönlich – und darum ging es mir ja eingangs auch – habe mich jetzt jedenfalls für die persönliche Variante entschieden. Ist ja auch irgendwo naheliegend, betrachtet man sich die Domain etwas näher. Welche Themen ich dann allerdings anschneiden soll, weiss ich noch immer nicht.
Ausserdem ärgert mich diese Eigenschaft, ständig Romane schreiben zu müssen. Brrrrr.




Nichts ist auch ein Anlass, lernen wir
Interessant wäre auch: wenn der Anlass wiederum der Anlass selbst ist, woraus entsteht er dann eigentlich?
Aber treffender kann man es gar nicht formulieren. Denn Nichts ist sogar meist der allerbeste Ansatz. So erstaunt man in der geringsten Erwartungshaltung anderer und erzielt somit den höchsten Effekt.
Ebenfalls immer gut zu sagen: “Du” bist der Anlass. Mir persönlich wäre es auch viel lieber, ein Anlass – denn Anlass ist immer etwas Gutes – statt Deutschland zu sein.