Als das, was sich heutzutage einigermaßen ernsthafter Webdesigner nennen darf, setzt man sich hin und wieder mit dem äußerst frivolen Thema der Suchmaschinen-Optimierung auseinander. Man sinniert über Google-Algorithmen, wagt ein kleines Tänzchen auf dem PageRank-Parkett, liebäugelt honigtrunken mit leichtfüßigen Meta-Tags. So manch graues Haar selbsternannter SEO-Spezialisten ziert noch heute die Zwischenräume einer abgegrabbelten Cherry-Tastatur auf der Suche nach der geheimen Ingredienz des Ranking-Zaubertrankes. Und wie Asterix, Obelix und Miraculix, so sitzt sie da, die feiste Bande von Google, Yahoo!, MSN und Konsorten, und grinst uns feindlichen – römischen – Webmastern entgegen. Und kaum sind wir an nur einem Gallier vorbei, da kommt schon gleich der Nächste um’s Eck und kloppt uns hämisch die Kauleiste in Richtung Teutates.

Nach Wochen und gar schon Monaten der vergebenen Liebesmüh’, auch nur flugs einen flüchtigen Einblick hinter die gordisch verknoteten Gedankengänge jener algorithmisch veranlagter Aggressionserzeuger zu erhaschen, kristallisiert sich nunmehr Eines heraus: Wer seine Seite optimal platziert wissen will, hat eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder man erzeuge dynamisch generierte Linkfallen, welche sich über Dutzende von aquirierten Domains verstreuen – oder am besten einfach gar nicht drum kümmern. Anders kann ich mir beileibe nicht erklären, warum der unlängst geschriebene Artikel Niveawüste im Privat-TV bei MSN plötzlich auf Platz 1 rangiert, sucht man nach Upps – die Superpannenshow. Das Ganze auch noch vor RTL II. Und weit vor RTL an sich, die den Mist schließlich verzapft und somit wohl eigentlich das relevanteste Suchergebnis verdient haben. Andererseits ist MSN Search ja noch weit vom Thema Relevanz entfernt, insofern möge man diesen Umstand entschuldigen.

SuMa: MSN Upps

Bei Google hingegen liegen die Fakten zumindest etwas offener. Der einigermaßen versierte Seitenbetreiber weiss, dass nach dem Start eines neuen Projektes früher oder später der GoogleBot vorbeischaut, um frisch geschlüpfte Präsenzen via Sandbox-Verfahren für einige Tage wohlpositioniert im Index zu listen, um sie schliesslich für eine chronologisch scheinbar völlig willkürliche Weile wieder in der Versenkung der hinteren Plätze verschwinden zu lassen. Die Freude über die anfänglichen 15 Minuten Ruhm kann auch hier leicht getrübt sein – aber dennoch ist jeder Suchbegriff, unter dem man gefunden wird, stets ein Quell der Freude.

SuMa: Google Kacke-Extrem

Ebenso wie die Seiten, zwischen denen man platziert wird. Relevanz wird bei Google eben groß geschrieben.