Mit den Jahren der persönlichen Be- und Vernetzung sammeln sich nach und nach zahlreiche eMail-Adressen für allerlei Zweckdienlichkeiten an. Die älteste der Privatadressen feiert dieses Jahr ihr 10jähriges Jubiläum, wird aber eigentlich nur noch auf Grund nostalgischer Romantik behalten. Die chronologisch folgende Adresse wiederum wird durchaus noch alle paar Jahrzehnte von “alten Bekannten” frequentiert oder probiert und fristet nun immerhin schon seit gut sieben Jahren ihr Dasein. Um diesen Umstand wiederum wissen inzwischen auch dutzende von wohlwollenden Produkt-Informations-Diensten, welche es nie versäumen, mich rechtzeitig über allerlei weltbewegende Neuigkeiten zu informieren.
Mitte 2004 – nach einer geschätzten Woche Abstinenz vom Rechner – wurde mir eigentlich zum ersten Mal klar, welche Ausmaße die Spamflut mittlerweile angenommen hatte. Wo man früher noch in AOL 2.5 Private-Rooms rumhing, um zwecks regelmässiger Füllung des Postfaches auf einschlägige Bot-Listen zu gelangen, plagt man sich dieser Tage mit einer unerwünschten Masse virtueller Volksverneppung umher, welche jenseits von Gut und Böse ist. Wie erwähnt sah das Ganze vor zwei Jahren dann so aus:

Der durchaus empfehlenswerte Spamfilter namens Spamihilator ging damals auf Grund der schieren Mengen gnadenlos in die Knie. Zirka 8000 Mails später tat ich es ihm schließlich gleich – denn es folgten Stunden der manuellen Aussortierung. Es könnte ja auch was Wichtiges dabei sein.
Jetzt, zwei Jahre später, wurde der 2004er Rekord scheinbar gebrochen. Outlook ist inzwischen Thunderbird gewichen und kommt auch wesentlich besser mit Junkmails klar. Gottseidank. Denn ein scheinbar bevorzugt mit Intelligenz gesegneter Spamonkel kam wohl auf die glorreiche Idee, nicht die üblichen, käuflich erwerbbaren Listen zwecks Versand an real existierende eMail zu nutzen, nein. Hier wurde gleich ein ganzer Bombenteppich an Mails versendet – jede (un)mögliche Namenskombination wurde da an bestimmte Domains durchgeballert. Was eine besondere Freude ist, wenn es sich um eine ewig nicht mehr genutzte Domain handelt, welche man zudem noch der Vorsicht halber mit einer CatchAll-Adresse bestückt hat.

Sage und schreibe rund 16 Mails pro Minute – also 960 Mails pro Stunde – trudelten hier den ganzen Tag über ein. Insgesamt dürften es wohl über 6000 Stück gewesen sein. Diesmal allerdings nicht innerhalb einer Woche, sondern nichtmal innerhalb eines Tages – bis ich den CatchAll schließlich endgültig deaktiviert habe.
Manchmal gibt es gar nicht genug Krankheiten, die man anderen Menschen an den Hals wünschen möchte.
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