160.000 Jahre alt sollen sie sein, die Gebeine der ältesten Funde des Homo Sapiens. Vor gerade mal 78 Jahren wurde das Ferntonkino erfunden, heute bekannt als der heimische Fernseher. Vor 47 Jahren behaupteten die Amerikaner, die erste Mauke auf den Mond gesetzt zu haben. Vor 24 Jahren hielt der C64 Einzug in Deutsche KillerKinderstuben, vor 13 Jahren schliesslich Systeme mit Intel’s Pentium. Im selben Jahr erblickte auch das World Wide Web, geboren im Schweizer CERN-Institut, das Licht der Welt. Bei Börsengang vor zwei Jahren schätzt man Google’s Plattenspeicher für die weltweit gesammelten Informationen auf 5 Petabyte (~5.629.499.534.213.120 Bytes bzw. ~5.242.880 GB). Letztes Jahr, 2005, ein Rekordjahr für Hurrikane sowie für Stürme gleichermaßen. Das globale Klima gerät zusehends ausser Kontrolle.
Kurze Eigeninterpretation des zukünftigen Zeitgeschehens
Immer schneller pulsiert das Blut in den chronologischen Trendadern, die Gesellschaft der Moderne ist im stetigen Wandel. Neue Technologien sind morgen schon überholt, der Mensch mehr denn je dem ständigen Lernprozess und der Reizüberflutung ausgesetzt. Familien erfinden sich neu als Zweckgemeinschaften, moderne Unterhaltungselektronik ersetzt das Elternhaus und wird bar jeder Verantwortung für höhere Aggressionsaufkommen der Folgegenerationen für schuldig erklärt. Die Ökonomie erringt nach der Pharmazie nun auch den Sieg über die Demokratie und bestimmt die westliche Politik, meinungsbildende Medienmonopole übernehmen das selbstständige Denken für einen Großteil der Bevölkerung. Die viral fortschreitende Technisierung des Alltages verdrängt erst die Philosophie, später die Religion. Kunst im klassischen Sinne ist Ausdruck der Vergangenheit, vereinzelt die Expression der Unterdrückung. Die Moderne Kunst dient als Sprachrohr der Kommerzialisierung, spricht vermehrt die orientierungslose Jugend an und lockt mit Scheinwelten und (be)trügerischen Idealen. Die Anzahl der Weltbevölkerung steigt trotz Rückgang der Geburtenrate. Dank Genfood und synthetischer Immunisierung des Menschen gegen die natürliche Umwelt steigt die Lebenserwartung und somit auch das Durchschnittsalter um ein Vielfaches an. Krankenkassen erzielen Umsatzrekorde bei minimalen Auszahlungen, Rentenfonds brechen trotz gesetzlicher Zwangsversicherung ein. Nach dem aus monetären Gründen lang verschwiegenen Sieg über Krebs und AIDS regelt die Natur ihr Gleichgewicht durch eine Mutation des A/H5N1-Virus, welcher eine ähnliche Evolutionsrate besitzt wie zuvor der HI-Virus. Währenddessen hat sich die mittlere Umwälzgeschwindigkeit des Golfstroms faktisch um gut 60% vermindert, die einst geregelten Klimazonen geraten zusehends aus dem Gleichgewicht, durch das Abschmelzen der Polkappen steigen die Spiegel der Weltmeere und fluten Küstenregionen. Wie schon zu Zeiten der Pest wird der Mensch erneut dezimiert.
Non liquet
Obiges natürlich nur als orakelte Dystopie und als Einleitung einiger Artikel betreffs der Zukunft, welche auf diesen folgen werden. Bei genauerem Hinlesen mag das ein oder andere gewiefte Auge erkennen, dass einige der Aussagen tatsächlich bereits den heutigen Tatsachen entsprechen, andere wiederum auf dem besten Wege zur Erfüllung sind.




Diese zukünftigen Ereignisse können nicht nur als ontologische Letztendlichkeit, sondern auch als Pforte zur immerwiederkehrenden Utopie interpretiert werden. Dies würde den gesellschaftlchen Kollaps bedingen.