Wer hätte das gedacht? Fünfzig Jahre später ist er wieder da, der Adolf. H-I-T-L-E-R, driving in the streets in a fancy car. Diesmal mit neuem Konzept, wie uns das aktuelle Propagandamaterial beweist, denn: It’s a new millenium and the Fuhrer has changed. Mit frisch gestriegeltem Scheitel und der allseits bekannten, zurechtgestutzten Oberlippenforke präsentiert sich der millionenfache Massenmörder zeitgemäß per stylishem Rapvideo. So heisst es mitunter in den gar lyrischen Anwandlungen: “I stopped burnin’ people, started burnin’ CDs. Stopped battlin’ the world, started battlin’ MCs!”. Oder wie es seine neuen Branchenkollegen von ausdrücken würden: Statt verhetzender Zeilen ist Addi am fettesten Stylen! Kapuzi statt , Charts- statt Ostblockbesetzung,- und statt die Konzentration zu lagern, wird sie lieber in dicke Beats und tighte Texte investiert.

Lange Rede, kurzer Sinn: darf einpacken, denn hier kommt A to da H, – MC ! Yeah! Word to your mother!


Was geht, digga? Scheitel MC am Mic!

Und für jene, die sich über solch ein infames Video aufregen wollen: so grausam der Holocaust auch gewesen sein mag – es wird Zeit, den Blick nicht ständig ängstlich oder mahnend nach hinten zu richten, sondern mal nach vorne zu sehen. Der Krieg ist längst vorbei, die Folgegenerationen kulturell aufgeschlossener als es die bisherigen jemals waren. Und wenn alle Welt heute über Hitler lachen kann, dann stimme ich gerne mit ein. Ist auch viel gesünder statt ständig eine Flappe zu ziehen.