Das Buch ist schon seit Ewigkeiten im Handel erhältlich, aber erst mit der bevorstehenden Veröffentlichung per zelluloidschem Massenmedium Kino mockiert sich jetzt die katholische Kirche über Inhalte und Darstellung des bevorstehenden Blockbusters . Aber warum nur? So soll innerhalb des Filmes zum Beispiel die karikiert und verfremdet dargestellt werden.

Halten wir hier kurz inne und lassen Hollywood ein wenig Revue passieren. Lispelnde Chinesen, Vodka-saufende Russen (Kommunisten), gescheitelte Deutsche (Nazis), gewalttätige Russen (Kommunisten), arrogante Franzosen, dreckige Gangster-Russen (Kommunisten), intrigante Deutsche (Nazis), dazu noch der übliche Quotenschwarze als Bösewicht oder Witzfigur – und natürlich der patriotische und heldenhafte Amerikaner als Weltenretter. Sicher fehlen hier noch einige Archetypen des mental gepflanzten Vorurteiles, aber im Grunde genommen zählen wir hier schon mehr als genug.

Warum also jetzt überall die Schlagzeilen, dass die sich verunglimpft fühlt? Hat man dort Angst um das Image? Dann hätte man vielleicht das Finstere Mittelalter, respektive die Inquisition und die Kreuzzüge aus den Geschichtsbüchern streichen sollen. Denn vergleichen wir die Zahlen mal mit dem , erhalten wir folgende Topliste des Todes:

1. Indianerverfolgungen: mindestens 50.000.000 Tote
2. Kirchliche : mindestens 22.000.000 Tote
3. Kirchliche : mindestens 10.000.000 Tote
4. Deutscher : mindestens 5.700.000 Tote
5. Der : mindestens 3.000.000 Tote

Da ich derzeit in Deutschland wohne, hier eben noch die obligatorische Rechtfertigung: Natürlich soll die obige Liste den Holocaust weder “verniedlichen”, noch ihn harmloser erscheinen lassen, als er ist war. Knapp sechs Millionen Tote und Völkermord kann man nicht mit einem Fingerzeig auf andere, schlimmere, Geschehnisse abwerten. Allerdings zeigt sich sehr wohl, dass gerade die Kirche – und vorneweg auch die augenscheinlich immer so korrekten und sauberen Amerikaner, denen man noch Hiroshima und Konsorten anlasten darf – damit rechnen sollten, in einem Kreuzfeuer der Kritik die volle Breitseite serviert zu bekommen. Im elitären Kreis der Massenmörder schüttelt man sich die Hände und trägt tiefschwarze Kragen zu den weissen Westen.

Wenn es also einen Grund gäbe, sich über Werke wie zu beschweren, dann doch nur den, dass die Kirche sowie auch die Amerikaner viel zu selten als Feindbild der “westlichen Leitkultur” auftreten. Auf der anderen Seite wäre es vielleicht sinnvoller, solche Feindbilder und Schubladendenken generell abzuschaffen und somit die Nazis ruhen und die Kommunisten in Frieden zu lassen – aber dann würde man sicher mind. 50% der Film- und inzwischen auch Computerspiele-Industrie beschneiden und zu womöglich innovativeren Thematiken zwingen. Und ist es nicht auch viel einfacher und bequemer, immer mit dem Zeigefinger vorwurfsvoll auf andere zu zeigen, um von sich selbst abzulenken?

Da Vinci Code: Die Trailer
Als kleiner Nachtrag hier noch einige Trailer als Teaser zum Film. Wie bei allen Literaturverfilmungen, so gilt natürlich auch hier, dass man lieber zum Buch greifen sollte. Ob vor oder nach dem Film spielt da allerdings eher eine unwesentliche Rolle.

Eine heitere Notiz am Rande: eben, beim Schreiben dieses Beitrages, läuft auf PRO7 der Film “Projekt: Peacemaker”. Die Bösen: militaristische Russen (Kommunisten). Na sowas.