
Da freut sich der virtuelle Briefkasten: kaum wurden dem heimischen Thunderbird für einige Wochen die Flügel zwecks Kontenzentralisierung im LAN gestutzt, sammeln sich itzund hunderte von Penisverlängerungen, Viagra-Angeboten, Casino-Einladungen, Sofort-Kredit-Offerten, Millionenverdienste von afrikanischen Kronprinzen, brisantes Infomaterial der Volksbank meine Sicherheit betreffend, Kündigungsschreiben meines (nicht existenten) Chefs, Mahnschreiben diverser (nicht existenter) Firmen, sehr verliebte (mir unbekannte) Chatbekanntschaften, zeigefreudige Damen mit besonders pneumatischer Oberweite, Angebote, Gelegenheiten, Sonderaktionen und natürlich die obligatorischen (nie bestellten) Newsletter aller Couleur.
13.185 eMails in rund vier Wochen der Zwangsabstinenz macht ca. 3.296 eMails pro Woche, ergo 471 Spams pro Tag. Das macht dann wiederum 20 Spams pro Stunde. Fluch und Segen der Technik. Und wer braucht eigentlich 1000 Penisverlängerungen? Mir persönlich würden da auch schon 100 zwei reichen, um ein drittes Standbein zu bewerkstelligen. Und wieso nimmt nicht mal jemand – gemäß dem Schneider-Prinzip – alle ungeprüften Sofort-Kredite in Anspruch, macht damit ein Vermögen und setzt sich unbekannt in’s Ausland ab, um fortan in Luxus zu schwelgen? Und wieso gibt es überhaupt noch Leute, die noch immer auf Spams reinfallen, so dass sich die Branche mehr Wachstum und vor allem auch mehr Macht und Einfluss denn je erfreut?
Immerhin gibt’s ja wenigstens noch kleine Lichtblicke, wenn auch nur als Tropfen auf dem heissen Stein Felsblock.
Aber zumindest läuft endlich der heimische Linux-Server mit Gateway, HTTP, FTP, Samba und allem drum und dran. Ohne GUI, nur Shell. Mein ganzer Stolz. Und vielen Dank auch an Herrn Kofler.



