Ein Sprichtwort besagt, dass jemand, der einem anderen eine Grube gräbt, meist selbst voll hinein und direkt auf’s Fressbrett fliegt. Diese schmerzhafte Erfahrung machte nun auch ein eBay-User – nennen wir ihn Amir -, welcher meinte, er könne seinen defekten Laptop mit falschen Angaben für einen besseren Preis bei der Auktionsplattform an einen armen Idioten verhökern.
Der “arme Idiot” – nennen wir ihn laptopguy, welcher den Laptop schliesslich für 375 Britische Pfund ersteigerte, reklamierte das Ding natürlich sofort, erhielt vom cleveren Verkäufer aber lediglich Ausflüchte und weitere Lügenkonstrukte. Woraufhin der Geprellte einen Blick auf die Festplatte des Laptops warf und dort nebst allerlei lustigen Zugangsdaten auch private Bilder des Abzockers fand. Ebenso Lebensläufe, Pornoarchive und dererlei Dinge mehr. Aus diesem Fundus schliesslich entstand das neue “Blog” von Amir Massoud Tofangsazan.
Hier könnte die Geschichte eigentlich schon zu Ende sein, aber in den inzwischen über 800 Kommentaren (!) zum Blogeintrag finden sich heitere Gestalten wie Lucy Winters, Christina Copeland und Thomas Buckly – der angebliche Boss von Abzock-Amir. Das Interessante an dem Trio ist aber der völlig identische Schreibstil mit Amir’s Bewerbungsschreiben. Die gleichen Satzbauten, die gleichen Schreibfehler, einfach perfekt. Und somit versucht also Amir, welcher zuvor per eBay noch abgezockt hat, sein Opfer in den Kommentaren per diversen Pseudonymen auch noch als Kinderschänder, Lügner und – Ironie – als Betrüger zu diffamieren. Einige Postings später dann treffen wir auch auf Davis World, ein weiteres Pseudonym von Amir:
oh yeah Mr Tofang has cleared his name because alot of his contact list believe that is not his personality and these are oppinions from high statured people not like your heavily debted fraudulet selves and also check with sex offenders register about Tom Sawyer and Edward Clarke, i assure you and promise you it is existant i have sources to and i am not a liar like alot of those people who ridiculed Mr Tofang this website is just unreliable and does not mean anything to anyone no matter how many people visit this site and comment on it its just difference of oppinion and information that was stolen and twisted from convicted criminals good luck
Ein traumhaftes Hin und Her, wo auch die tatsächliche Lucy Winters ermittelt wird, frivole Gedichte bei Lagerfeuer und Getränk die Runde machen und natürlich auch Amir noch den einen oder anderen Auftritt in seinen verschiedenen Rollen hat. Und wie dumm eigentlich – denn er könnte die ganze, weltweite Blamage sofort beenden, würde er nur die 375 Pfund zurückzahlen. Stattdessen aber werden sämtliche Lügen, Ungereimtheiten bei den Bewerbungen, sexuelle Vorlieben – einfach alles – noch für viele Jahre im Netz stehen. Man freue sich auf den informierten Arbeitgeber, bei dem sich Amir noch bewerben will.
Bliebe also nur zu sagen: PWN3D!




Was ich nicht verstehe:
Habt ihr alle Zeit für so einen Schwachsinn?
Glaubt ihr wirklich nach einem miesen Foto einen Kauf absolvieren zu müssen?
warum scheißt niemand diesem ebay schwachsinn vor den koffer?
warum ist das produkt wichtiger als Scham?
wann kann ich “helden” selbst in Unterhose sehen?
warum glaubt jeder selbsternannte kleinbürger ein falsches rechtsempfinden aufgrund eigener dummheit zu einem generalstreikartigen hype zu stillisieren?
ich sags euch: dummheit ist nicht nur des menschen größter feind, es ist die neue Religion.
Bei inoffiziellen 8 Millionen “Arbeitssuchenden” begrüße ich es, dass sich die Zeithabenden solch tiefschürfenden, weltbewegenden Themen widmen und entsprechend für die arbeitende Bevölkerung aufbereiten.
Danke.
@notwendig: Nicht wahr? Ein rundum kostenloser Service. Interessant vor allem, dass Du scheinbar implizieren willst, ich wäre “arbeitssuchend” und “zeithabend” – ganz im Gegenteil zur “arbeitenden Bevölkerung”. Beides ist allerdings ganz und gar nicht der Fall. Und ginge man nach Deinen Anhaltspunkten, so müsstest Du in diesem Falle wohl selbst zuviel Freizeit haben, wenn Du Dich noch erbarmen kannst, solch – Zitat – tiefschürfende und weltbewegende Themen – zu lesen und gar noch zu kommentieren.
Nur weil Leute bloggen, macht sie das nicht zu Erwerbslosen. Aber so ist das eben mit den stereotypen Vorurteilen.
Herrlich. Köstlich. Amüsant. Ich mag unsere Welt und Ihre Kuriositäten.
Nicht wahr? Wie schön, dass die Suche nach den wichtigen Dingen im Leben über allerlei Humbug und Schund verläuft. Und jeder (mich selbst eingeschlossen) im vorübergehen schnell noch seine ungefragte Meinung abgeben kann, zum Wohle aller.
Würde das Netz nur aus komprimiert destilierten wichtigen Informationen bestehen: es wäre ein Segen.
Aber nicht jeden interessiert die neue Mulinex oder die Defloration der “Annalina”. Nein, ander wollen nun mal wissen, wie man Knoblauch und Kerzen auf dem Pentagramm verteilt, um richtig pagan zu zelebrieren … und welchem Gott das nochmal dient ist natürlich auch nicht jedermanns Frage. Andererseits interessiert sich nicht jeder für das Geschwafel unseres neuen Papstes “Papa Razzi”, oder welche der drei grossen Weltreligionen nun wieder gegen wen mobil macht.
Dann gibts da noch die unwichtige und undemokratische Politik, die Marktwirtschaft, die Betrügerszene (wie man betrügt und wie man sich davor schützt) … Information ist schliesslich alles … ach? UNd was war mit leben? Es lebe die Scholastik, eine Leben in der INformation und fern der Realität. Leben ist, wer an meiner Türe klingelt. Aber ich will natürlich nicht, dass das die GEZ ist oder ein Rechtsanwalt mit einer ungerechtfertigten Inkassoforderung eines dubiosen Hernn, der für einen vermeintlichen Besuch seiner Seite 120 Euro auf meine IP-Adresse berechnet.
Und natürlich sollen Kinder auch nicht über den Tisch gezogen werden, aber sie sollen sich informieren.
Spass und Spiel? Na gut, aber erst nach den Hausaufgaben und 30minütigem Nachrichten-Klatsch-und-Tratsch-gegoogel, sonst bleibt das immer wichtigere Allgemeinwissen auf der Strecke.
Was da freilich Wahrheit, Halbwahrheit, Lüge, Phantasie, Ironie, Spass und simble Blödheit ist, darf und muss jeder selbst aus der Menge filtern. Nicht jeder selbsternannte Guru ist ein wissender und nicht jeder wirkliche Fachmann, weiss alles oder das gar richtig.
Unsere Welt ist die Summe dessen, was wir glauben zu wissen. Natürlich informieren wir uns bei anderen, anstatt selbst zu erfahren. Andereseits muss sich ja nicht jeder schneiden, um zu wissen, dass Messer scharf sind … manchmal wäre es aber besser. Als Kind haben wir das auch gemacht und nur dadurch sind wir lebensfähig geworden.
Ach ja: und DANKE an diejenigen, die nach Sicherheit schreien und wichtige Entscheidungen lieber von denen treffen lassen, die es besser wissen sollten, in der Hoffnung, dass eigene Interessen oder die des Geldes nicht mitspielen. Danke, dass jemand anderes für uns entscheidet, was richtig und was falsch ist und wovor wir geschützt werden müssen.
Drogen, Waffen, Kriminalität, Herzschmerz, Scheidung, Religion, Fanatismus, Rechtsradikalismus, Karriere, sozialer Status, Versicherungen, Liebe …
Das hat mir keiner gesagt, als ich geboren werden sollte. Da hat jemand eindeutig Vertragsbruch begangen!
Würde das Netz nur aus komprimiert destilierten wichtigen Informationen bestehen: es wäre ein Segen.
Aber nur noch halb so lustig.
Ansonsten ist vor allem eine Aussage wie “wichtige Informationen” immer relativ. Denn welche Informationen für wen inwiefern aufbereitet auf welche Weise wichtig sein können, da ist die Vielfalt des Netzes schon eher als Segen zu betrachten. Einziges Problem hier sind natürlich Findbarkeit und Navigation zwischen Spam, Trash und geistigen Abfalleimern. Zu Letzterem kann man getrost auch dieses und zahlreiche andere Blogs sowie private Homepages, Galerien, Video-Plattformen, whatever zählen. Sicher sind nicht alle Informationen sinnvoll oder lebensnotwendig, teilweise sogar komplett überflüssig, aber dennoch macht die Vielfalt des Angebotes an Informationen das Ganze erst interessant: verschiedene Blickwinkel, Meinungen, weitergehende Denkstrukturen, Zusammenfassungen. Alles kostenlos. Nur filtern muss man eben selbst, was man selbst als interessant und lesenswert erachtet. Alles Andere kann und – um des lieben Friedens willen – sollte man getrost ignorieren.
Und klar muss sich jeder schneiden, um zu wissen, dass Messer scharf sind. Und wenn es nur ist, um zu wissen, wie sich das anfühlt, wenn man sich schneidet. Im Grunde genommen dreht sich das ganze Leben nur um Erfahrungen, Wissen und Fortpflanzung. Jede Erfahrung, die man nicht selbst gemacht hat, ist eine, die man später bereuen könnte. Und nur, wer auf die Fresse fällt, lernt auch, wieder aufzustehen. Aber das scheint man schnell zu vergessen in einem Land der Bevormundung und Behütung und der “Schutz”maßnahmen. Wo es illegal ist, ein eigenes Leben zu führen, sein eigenes Geld zu verdienen und womöglich selbst Entscheidungen zu treffen.
Was den Vertragsbruch angeht, so haben wir wohl alle das selbe Problem, die wir hier auf dem Globus herumlaufen. Das ist definitiv eine Sache, mit der man sich arrangieren muss – alles andere lässt sich ändern.