
Da heult der Deutsche Webmaster tagein, tagaus über hanebüchene Gesetzesbeschlüsse, er müsse doch Impressum, AVS oder sonstiges gut lesbar platzieren, hafte für seine Forenbeiträge (oder auch nicht), müsse sich von Links distanzieren (oder auch nicht), und am besten noch Bibelverse rezitieren um seine Unbescholtenheit zu demonstrieren. Denn wer eine Webseite betreibt, kriminalisiert sich vorerst wird vorerst kriminalisiert, bis er all das aufzählt, wofür irgendwelche Gerichte irgendwelche Beschisse Beschlüsse erlassen haben. Denn schon von der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung wissen wir ja: wer einen PC mit Internet-Anschluss sein Eigen nennt, ist vorerst potentieller Terrorist, ja, gar ein Staatsfeind übelster Kajüte. In dubio pro reo ad absurdum.
Diese Erfahrung durfte nun auch Google Belgien machen, und schreit seine Freude förmlich bei jedem Seitenaufruf in die Welt hinaus. Fast schon als Vergewaltigung kann man den Klops an Text dort sehen, welcher insgesamt vier- bis fünfmal so groß ist wie die Startseite mit dem Suchfeld an sich, und auf jeder weiteren Seite anmutet wie ein riesiges Geschwür am Seitenhintern. Wollen wir mal hoffen, dass da nicht ein neuer Trend erkennbar wird.
Das ganze Brimborium entstand, nachdem eine Organisation namens Copiepresse, in Belgien verantwortlich für den Schutz von Eigentumsrechten der Printmedien, Google auf Verletzung eben jener Rechte verklagte, da diese mit Diensten wie Google News und dergleichen mehr im Grunde genommen fremden Content abgrasen. Ironischerweise eine Handlung, die Google selbst auf’s Sträflichste verurteilt. Das Urteil in diesem Falle fiel so aus, dass Google die Verfügung offiziell auf JEDER Seite – also auch in den Suchergebnissen – vongoogle.be aushängen oder täglich eine halbe Million Euro zahlen muss.
Laut offiziellem Google Blog muss das “Belgien-Urteil” mindestens noch bis November des Jahres dort anmahnen. Dann wird das Gericht seine Entscheidung überdenken. Natürlich auch nur ein reiner Zufall, dass im erwähnten Blog nun ein weiteres Posting veröffentlicht wurde, welches ein Statement darstellt, wie Google die Sache mit dem Fremdcontent denn so betrachtet.
Oh – und herzlichen Glückwunsch zum achten Geburtstag, liebes Google. Vielleicht schenkt Dir ja jemand endlich mal ein paar richtige Algorithmen, die nicht auf Randomizing basieren nach jedem neuen Major Update. Dann kann auch BigDaddy wegen meiner in Florida bleiben und weiter in seiner imaginären Sandbox spielen.
(via Ayom)