Artikel

Schriftstücke.

Das Leben in vollen Zügen genießen

So, da sitze ich jetzt also, eingepfercht wie ein Zuchtschwein im Abteil der Unterklasse 2. Klasse, bewaffnet mit einem Wochenend-Ticket und der Hoffnung, noch einigermaßen pünktlich den Zielbahnhof zu erreichen.

Die Fahrt selbst gestaltet sich dank der scheinbar eigens eingerichteten Kurzweil-Abteilung der recht aufregend: bislang hatte ausnahmslos jeder einzelne Zug Verspätung. Jeder. Einzelne. Zug. Das sind immerhin drei von drei, insgesamt ein Verspätungsfaktor von hundert Prozent. Wollte man sich in Hamburg noch die ein oder andere kulinarische Kötzlichkeit zu horrenden Preisen der maßlos überteuerten Bahnhofs-Gastronomie gönnen – was bei zwanzig Minuten Aufenthalt ja gar kein Problem darstellt – so sorgte die DB mit 25 Minuten Verspätung auf der einfachen Strecke von nach für ausgefallene Stimmung und marathonartige Umsteige-Fluten, welche sich tsunamiartig über den Bahnsteig ergossen. Trotz gefühlter 100 km/h per Pedes – natürlich voll ausgestattet mit Koffer und Rucksack – habe ich den Anschlusszug nur gerade so erwischen können. Man stelle sich hier eine Zeitlupen-Szene vor, wie ich mich dramatisch und in letzter Sekunde in den bereits zur Abfahrt zuckenden Zug hineinwerfe. Wieviele tapfere Kämpfer des Fernverkehrs bereits an diesem Tag gefallen sind ist unbekannt. Die Opferzahlen eine Grauzone.
Mehr >

Botschaften aus dem All

Was wäre eigentlich, wenn wir – also die Menschheit als Ganzes gesehen – eines Tages Signale aus dem All bekämen? Sei es eine Antwort auf das, was wir bereits per Satellitenschüssel in den Äther pusten, oder auch nur eine reguläre Kontaktaufnahme?

Selbiges fragte der SPIEGEL auch Harald Lesch, seines Zeichens theoretischer Astrophysiker, Professor an der Universität München und bekannt als Moderator von . Wie alle mehr oder weniger Intellektuellen hoffte dieser zusammenfassend auf mathematische Formeln, welche da per Sat-Express in die heimischen Lausch-Stationen übermittelt werden könnten.
Mehr >

Da Vinci Code & Massenmorde

Das Buch ist schon seit Ewigkeiten im Handel erhältlich, aber erst mit der bevorstehenden Veröffentlichung per zelluloidschem Massenmedium Kino mockiert sich jetzt die katholische Kirche über Inhalte und Darstellung des bevorstehenden Blockbusters . Aber warum nur? So soll innerhalb des Filmes zum Beispiel die karikiert und verfremdet dargestellt werden.

Halten wir hier kurz inne und lassen Hollywood ein wenig Revue passieren. Lispelnde Chinesen, Vodka-saufende Russen (Kommunisten), gescheitelte Deutsche (Nazis), gewalttätige Russen (Kommunisten), arrogante Franzosen, dreckige Gangster-Russen (Kommunisten), intrigante Deutsche (Nazis), dazu noch der übliche Quotenschwarze als Bösewicht oder Witzfigur – und natürlich der patriotische und heldenhafte Amerikaner als Weltenretter. Sicher fehlen hier noch einige Archetypen des mental gepflanzten Vorurteiles, aber im Grunde genommen zählen wir hier schon mehr als genug.
Mehr >

Fernsehen ist scheiße

Damals war alles besser. Natürlich. Damals, das ist in diesem speziellen Falle die Zeit, wo in Deutschen Großstädten noch -Poster auf Litfaßsäulen prangten und einer der frühen TV-Pioniere, , sich anschickte, die Ära des Privatfernsehens einzuläuten. Karlchen, das war diese militant bekiffte rosa Handpuppe mit der Schimpfschen Synchro, die stets mit scharfem Schandmaul das aktuelle Tagesgeschehen kommentierte. Das vorsichtige, anonyme Feuilleton einer neuen Fernseh-Generation. In ungefüllten Werbeblöcken wusste sich währenddessen der stets leger in Onyxfarben gekleidete Gottvater des Hütchenspielens, , mitsamt italienischem Akzent zu behaupten – und selbst war noch nicht im Namen der Foundation für Recht und Verfassung auf Achse.

Damals, das zeichnete sich auch dadurch aus, dass die Privaten noch keine Senderkonglomerate bildeten, welche von zentralisierten Redaktionen mit Beiträgen respektive Content gespeist wurden. Da lief höchstens mal die in Wiederholung auf sämtlichen Öffentlich-Rechtlichen. Aber weil man davon ja die Schnauze voll hatte, wollte man bei den Privaten alles besser machen. So wurden Serien und Sendekonzepte aus Übersee lizensiert und nachgedreht, um der Deutschen Fernsehlandschaft endlich Unique Content zu bieten. Fernsehen sollte Spaß machen, Unterhaltung und Kurzweil bieten.

Aber dann wurde alles anders…
Mehr >