Meinungsmache

BILD Dir meine Meinung.

SKANDAL! BILD bestiehlt Blogs!

BILD.de: Hier wirst Du gelinkt!Das Schöne an so einem Blog ist ja, dass man unumwunden seine Meinung in die Welt hinausbrüllen kann. Die Überschrift ist extra passend zum Thema so reisserisch gewählt, und doch: gerade jetzt wäre wohl der günstigste Zeitpunkt zum besagten Hinausbrüllen, denn momentan bin ich so richtig angekotzt. Von oben bis unten voll. Man kennt es ja bereits allenthalben, das grassierende Schmarotzertum im Internet, wenn Kollege n00b per den eigens gehosteten Content verlinkt und sich in Sachen Quellenangaben totschweigt. Ist eigentlich gar nicht so schlimm, wenn es sich um Bilder handelt und der zuvor genannte n00b das Ganze vielleicht in irgendeinem Forum veröffentlicht, wo so um die hundert Leute lesen und das direkt verlinkte Bild dort abrufen. Habe ich kein Problem mit, da bin ich der ruhigste Mensch der Welt.

Wenn aber ein großes – und natürlich höchst seriöses – Online-Portal wie BILD T-Online hier direkt drei nicht unbedingt kleine Flash-Animationen verlinkt, dann sind das schon ganz andere Leser- und Downloadzahlen, über die wir hier sprechen. Und auch hier könnte man theoretisch sagen, juhu, ich freu mich, ein breiteres Zielpublikum und viel mehr Hits. Wenn da nicht die Praxis wäre – denn die scheinbar schamlos schmarotzenden Kollegen J. Rudolph und S. Hildebrandt haben sich in ihrem famos ausgearbeiteten Artikel Finnen-Volkslied dudelt sich zum Mega-Hit im Internet über Loituma bzw. Ievas Polkka weder die Mühe um eine Quellenangabe gemacht, noch den Anstand gehabt, eventuell über die – in diesem Falle meine – Traffickosten nachzudenken. Es ist ja nicht gerade so, dass ich im Geld schwimme, während aufgrund scheinbar höchster Recherchekosten am Hungertuch nagt. Hätte man dort also die Files runtergeladen und selbst gehostet, bitte, auch kein Problem, hab’ ich ja auch kein Copyright drauf. Aber das miese Hotlinken finde ich einfach eine Dreistigkeit sondergleichen. Und dass sich so etwas noch “bürgernahes Blatt” schimpft, dabei aber den “kleinen Mann” bestiehlt, das setzt dem Ganzen nebst dem üblich bekannten Wahrheitsgehalt des Blattes noch die Krone auf.

Liebe(r) J. Rudolph, liebe(r) S. Hildebrandt, sicher sind Sie in Ihrer Position als BILD-Mitarbeiter stets bestrebt, Ihren bereits jetzt schon höchst immensen Bildungshorizont noch ein kleines bisschen zu erweitern. Im sicheren Wissen um diesen Umstand möchte ich Ihnen diese aufschlussreiche Lektüre zu Herzen legen: What is Hotlinking? Bandwidth Theft?

Falls sich jemand etwas mit der Materie auskennt – gibt es eine Möglichkeit, BILD T-Online die seit Erscheinen des Artikels – immerhin August des Jahres – entstandenen Traffic-Kosten rechtlich aus den Rippen zu leiern? Dann springe ich hier gerne durch die Logs und werte mal aus, was mir der Axel Springer da “Tolles” beschert hat. Man könnte meinen, es handele sich hier um einen Drecksladen unglaublich professionellen Verein.

BILD Dir Deine Meinung? Vielen Dank, soeben geschehen.

Nachtrag: Hab’ das Hotlinking soeben per .htaccess speziell für bild.t-online.de unterbunden, so dass die Klicks auf der BILD-Seite jetzt richtigerweise direkt auf die entsprechende Beitragsseite geleitet werden. Entsprechende Anleitung kommt per eigenem Posting zwecks Topic-Erhalt.

Update: Die Hotlinks Deeplinks direkten Links auf die .swf-Files wurden von BILD inzwischen durch reguläre Links auf den Loituma-Beitrag ersetzt.

Aufgrund einiger Kontroversen in Sachen Anglizismus sei mir noch kurz die Anmerkung erlaubt: es ist mir, mit Verlaub, völlig egal, ob Tief oder Heiss gelinkt. Wenn ein Portal von der Größe einer BILD seinen Legionen von Lesern Dateien zum direkten Download anbietet, die hier bei mir auf der Kiste liegen, dann finde ich das – auf gut Deutsch gesagt – einfach nur scheisse. Ob man das ganze nun Hotlink oder Deeplink tituliert, ist dabei völlig wumpe, läuft es doch unter’m Strich genau auf dasselbe hinaus: Jede Menge Traffic, verstopfte Leitungen – und genau null Gegenwert. Über einen regulären Link auf den Loituma-Artikel – und sei es nur als Quellenangabe – hätte ich hier den Schampus geköpft. Aber was normalerweise eine Selbstverständlichkeit darstellt, wurde hier großzügigst übersehen. Und mich darüber aufzuregen, das nehme ich mir frei heraus. Hoffentlich verständlich.

Zwiespalt Aufspaltung

Irgendwie nervt’s mich ja ein bisschen an, hier ständig so viele zu veröffentlichen – und dabei ist das noch nicht einmal die Hälfte derer, die ich am liebsten hier reinballern würde. Dann wiederum aber muss ich mich stark zurückhalten, damit Open Sourced Brain nicht zu einem Vlog verkommt Videoblog mutiert.

Noch dazu warte ich seit Wochen schon auf Gunst und Gelegenheit, endlich mal die Versuchskonzepte in Sachen Podcasts umzusetzen, die hier dann allerdings ebenso wenig verloren hätten wie , Tweaks und dergleichen mehr. Immerhin sollte OSB ja mal ein harmloses, waschechtes Weblog sein – so eines mit Gedanken, Geschehnissen und dem ganzen anderen Geschiss wichtigen Zeug, das alle Welt gefälligst zu interessieren hat. Angesiedelt irgendwo zwischen Katzenpipi und internationalen Diskursen, zwischen Kindheit und der Suche nach dem Erwachsensein. Alter Ego und junger Ego vereint.

So mache ich mir jetzt die Tage ein bisschen Gedanken, wie ich das Ganze am besten handlen kann. Und Lösung gibt es da eigentlich nur eine: das Aufteilen in mehrere Blogs. Die Mauer muss her. Der sagenumwobene rote Faden. Auch die anfängliche Angst, nicht mehr (oder weniger) regelmäßig posten zu können, stimmt so eigentlich gar nicht: denn bei einem Videoblog hätte ich dann nicht mehr jene Bedenken, jeden Tag ‘nen Clip reinzuhauen. Schließlich ist es ja dazu da. Das Ganze dann noch ein bisschen Netzwerk-mäßig verknüpfen, dann verteilt sich anfangs der Traffic und geht hier somit zurück – aber auf der anderen Seite erschließen sich wiederum neue Quellen und akkumulieren sich. Behaupte ich jetzt einfach mal so in meinem jugendlichen Leichtsinn.

Mal schauen, was draus wird. Ich wollt’s auch nur mal angedacht haben.

WM 2006: Ein lachendes, ein weinendes Auge

Das war’s dann also. Die WM 2006 ist – bis auf das Entscheidungsspiel um den dritten Platz am Samstag – für Deutschland vorbei. Gescheitert gegen Italien. Der Traum von der Welt zu Gast bei Weltmeistern ist ausgeträumt. Schon vor und während des Spieles hätte man so vieles meinen können. Erst der überraschende Wegfall von Frings. Dann ein scheinbar querschnittsgelähmter Schiedsrichter, wenn es um Foulspiele der Italiener ging – auf der anderen Seite aber sofort nervös zuckend, gab es eine vorteilhafte Situation für Deutschland. Ein adrett gescheitelter Lippi, der seinen Jungs vor Spielbeginn eine entscheidene Spielstrategie zugeflüstert hat: “Egal, was ist – immer zu dritt auf einen Gegenspieler. Und einer von euch lässt sich dann fallen und hält sich ein beliebiges Körperteil vor Schmerz.”
Mehr >

Von Staat, Steuern, Schulden und GEZ

Um es vorab mit Max Liebermann auf den Punkt zu bringen: “Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte!”. Denn wenn ich so manche dahingeschwafelte Idee aus den vertrockneten Untiefen grenzdebiler Politikerhirne höre, dann kommt mir nicht nur die Galle hoch, sondern auch die Halsschlagader. Nicht Computerspiele sind es, die gewalttätig machen – es sind die Zustände und solche, die es scheinbar werden sollen.

Grund für den momentanen Gefühlsausbruch – und den möge man mir verzeihen – ist der französische Europa-Abgeordnete , welcher SMS demnächst mit 1,5 Cent pro Stück und eMails mit 0,00001 Cent besteuern möchte. In einem Anfall geistiger Bauernschläue legitimierte er das Ganze dann per rhetorischem Kneipenpatriotismus: “Der Austausch zwischen den Ländern ist so rasant gewachsen, also würde jeder verstehen, dass das Geld, mit dem die EU finanziert wird, aus den Vorteilen gewonnen wird, die die EU mit sich bringt.”
Mehr >