Retrospektive

Damals war sowieso alles besser.

ASCii Art Attack

Es begab sich in den steinzeitlichen Anfängen der 80er Jahre, als JPeG- sowie mp3-Kompression noch als frivole Zukunftsmusik galten. Damals tummelte man sich statt den weiten Weiten des Internets noch durch sogenannte en, auch Bulletin Board Systems (BBS) genannt, die wiederum – ein wenig später – durch das verbunden waren. DSL war ebenso ein Fremdwort wie “Flatrate”, stattdessen gab es 14.4er-Modems, oder – wenn man es sich leisten konnte – sogar 28.8er. Und jeden Monat satte Telefonrechnungen um die 500 DM.

In dieser vorsintflutlichen Ära der anbrechenden und abenteuerlichen Online-Kommunikation erlebte die , respektive auch die ihre Blütezeit. Das äusserte sich schon allein darin, dass die SysOps – die Betreiber der Mailboxen – stets bemüht waren, Ihre Menüs der Mailbox grafisch besonders bombe zu präsentieren. Dies galt allerdings weniger für lokale Stammtisch-Boxen, als mehr für -Mailboxen, so man denn dort Einlass bekam. Die gezeigten Grafiken wurden immer aufwändiger bis hin zu ganzen Release-Packs von Künstlern und Gruppen.

Heute geht das mühselige Zeichensatz-Design – wenn auch designtechnisch nicht annähernd so anspruchsvoll – direkt schon per Mausklick als HTML-File – man sucht sich ein JPG aus und konvertiert es zu einem ANSi-ähnlichen Gebilde. Je nach Motiv kann man damit recht nette Effekte erzeugen, wenn man nicht gerade einen lausigen Selbstversuch startet. Schon wesentlich schnieker wirkt da der Linux-Pinguin Tux, dargestellt mit dem Linux Source.

Als kleine Randnotiz erwähnt entwickelte übrigens auch so manch pickelgesichtiger Nerd im dunklen Zimmerlein seine ersten sexuellen Fantasien mit leicht bekleideten ASCii-Damen. So wie heute mit JPG, nur halt retro.

In diesem Sinne,
cya & n8,

Fernsehen ist scheiße

Damals war alles besser. Natürlich. Damals, das ist in diesem speziellen Falle die Zeit, wo in Deutschen Großstädten noch -Poster auf Litfaßsäulen prangten und einer der frühen TV-Pioniere, , sich anschickte, die Ära des Privatfernsehens einzuläuten. Karlchen, das war diese militant bekiffte rosa Handpuppe mit der Schimpfschen Synchro, die stets mit scharfem Schandmaul das aktuelle Tagesgeschehen kommentierte. Das vorsichtige, anonyme Feuilleton einer neuen Fernseh-Generation. In ungefüllten Werbeblöcken wusste sich währenddessen der stets leger in Onyxfarben gekleidete Gottvater des Hütchenspielens, , mitsamt italienischem Akzent zu behaupten – und selbst war noch nicht im Namen der Foundation für Recht und Verfassung auf Achse.

Damals, das zeichnete sich auch dadurch aus, dass die Privaten noch keine Senderkonglomerate bildeten, welche von zentralisierten Redaktionen mit Beiträgen respektive Content gespeist wurden. Da lief höchstens mal die in Wiederholung auf sämtlichen Öffentlich-Rechtlichen. Aber weil man davon ja die Schnauze voll hatte, wollte man bei den Privaten alles besser machen. So wurden Serien und Sendekonzepte aus Übersee lizensiert und nachgedreht, um der Deutschen Fernsehlandschaft endlich Unique Content zu bieten. Fernsehen sollte Spaß machen, Unterhaltung und Kurzweil bieten.

Aber dann wurde alles anders…
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